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Verheißungen auf neues Leben

Pfarrer Dietmar Chudaska wurde von der Kreissynode am 29. März 2012 zum neuen Superintendenten gewählt. Foto: Bugzel

Gladbeck - Im Rahmen es eines festlichen Gottesdienstes in der Gladbecker Petruskirche wurde der neue Superintendent des Kirchenkreises, Pfarrer Dietmar Chudaska, von der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, in sein Amt eingeführt.

"Mit dem neuen Amt tragen Sie große Verantwortung, es kommen neue Erwartungen auf Sie zu, neue Möglichkeiten aber auch euer Druck," sagte Präses Kurschus in ihrem Einführungswort. Von dem leitenden Geistlichen des Kirchenikreises erwarteten die Menschen Orientierung. Sie wünschte dem neuen Superintendenten, in seinem Amt auch unbekannte Wege zu wagen. "Gott lässt Sie nicht im Stich", gab die Präses Dietmar Chudaska mit auf den Weg.

In seiner Einführungspredigt setzte sich Chudaska für eine von Gott geführte Kirche ein, die nicht aus Angst vor der Zukunft getrieben werde. "Hier liegt eine der großen Herausforderungen für diejenigen, die Verantwortung in der Kirche übernehmen", zeigte sich Chudaska überzeugt.

"Natürlich bleibt die Herausforderung als Kirche, an den Hauptstraßen des Lebens zu sein. Den Puls am Mainstream zu haben." Die Kirche müsse sich einlassen auf neue Kommunikationsformen, präsent sein auf neuen sozialen Plattformen und neue Veranstaltungsformate ausprobieren. "Sie soll neue Trends nicht verpassen und doch muss die Bereitschaft zur Begegnung von Person zu Person bleiben", sagte der neue Superintendent. Diese persönliche Begegnung mach bis heute die Stärke der christlichen Gemeinde aus und sei durch nichts zu ersetzten.

Die gegenwärtigen Veränderungen sehe er mit Sorge. "Wir wissen um den demografischen Faktor und haben längst erkannt, dass der Grundwasserspiegel christlichen Wissens ständigt sinkt. Wir haben keine Patentrezepte, um Gemeinde und Kirche zu bauen", räumte Chudaska ein. "Aber wir haben Verheißungen von Gott, durch die uns neues Leben und Zukunft geschenkt werden."

Bei seiner Wahl zum Superintendenten habe Dietmar Chudaska ein klares Votum für seine Amtsübernahme erzielt, sagte Albert Henz, Vizepräsident der westfälischen Landeskirche in seinem Grußwort. Dem neuen Superintendenten bot Henz Entlastung und Unterstützung durch die Landeskirche an. "Mögen wir alle miteinander nach besten Vermögen mitbauen an einem zukunftsfähigen Kirchenkreis in dieser Region", wünschte sich Henz.

Er habe Dietmar Chudaska als fröhlichen, engagierten und bodenständigen Menschen kennen gelernt, dagte Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland in seinem Grußwort für die Kommunen des Kirchenkreises. "darauf setzte ich auch in Zukunft." Bu

 

Evangelische Religionslehre

Pfarrer Gert Hofmann unterrichtet Evangelische Religionslehre am Gladbecker Rats- und Heisenberggymnasium. Foto: Bugzel

Gladbeck - Mit einem festlichen und sehr musikalischen Gotteddienst in der Gladbecker Christuskirche wurde Pfarrer Gert Hofmann von Synodalassessor Friedemann Kather in die 10. Kreispfarrstelle des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten - Evangelischer Religionsunterricht am Gladbecker Rats- und Heisenberggymnasium - eingeführt.

Gert Hofmann tritt mit seinem Dienst die Nachfolge von Pfarrer Martin Meier-Stier an, der im November letzten Jahres in den Rhestand trat. Mit Blick auf Hofmanns Hobby, dem Angeln, wies Friedemann Kather in seinem Einführungswort daruf hin, dass das Angeln und Fischen in der Bibel nicht ganz unbedeutend sind. "Wir sind alle froh, dass diese Pfarrstelle eingerichtet wurde. In der Schule kann Gert Hofmann als Menschenfischer seine Netze auswerfen, denn Kinder und Jugendliche brauchen Lehrer, die sie fragen können und die ihnen etwas sagen können von Gott und der Welt. Denn wir sind ihnen eine Antwort schuldig", unterstrich der Synodalassessor. Er forderte den neuen Religionslehrer dazu auf, Menschen für die christliche Botschaft zu gewinnen.

"Sing dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder." Unter diesen biblischen Psalm stellte Pfarrer Hofmann seine Einführungspredigt. Er freute sich, dass eine ganze Reihe Schüler und Lehrer der Einladung zu seiner Einführung gefolgt waren. "Mein Dienst an den Schulen ist auch ein zusätzliches seelsorgerliches Angebot", erklärte Hofmann. Ein Angebot, dass sowohl Schüler als auch Lehrer nutzen könnten. "Denn dazu bin ich da", erinnerte der neue Religionslehrer mit Blick auf seine seelsorgerliche Schweigepflicht. In seinem Unterricht, so Hofmann, wünsche er sich Schülerpersönlichkeiten mit "Querdenkerqualitäten". Seine Leidenschaft für die Musik stellte Gert Hofmann am Klavier mit einer brillanten Interpretation einer Eigenkomposition unter Beweis.

Der heute 50-jährige Pfarrer stammt aus Neustadt an der Aisch in Bayern. Von 1996 bis 1998 war er als Pfarrer im Hilfsdienst in der Gemeinde Bochum-Werne tätig, im Kirchenkreis Bochum folgten Vertretungsaufgaben, u.a. war Hofmann dort Beauftragter für Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement sowie Beauftragter für Flüchtlings- und Öffentlichkeitsarbeit. Ab 2010 übernahm er Vertretungsaufgaben im Nachbarkirchenkreis Recklinghausen, wo er auch Religionsunterricht erteilte.

Pfarrer Hofmann ist ausgebildeter nebenamtlicher Kirchenmusiker und derzeit Pianist und Keyboarder der Bochumer Band "to be continued". Gert Hofmann ist verheiratet und hat zwei Söhne. Bu

 

Armut hat sich verfestigt

Dr. Remi Stork vom Diakonischen Werk Münster führte mit einem Impulsreferat in die Fachtagung ein. Foto: Bugzel

Dorsten - Unter dem Motto www.armut-dorsten.de hatte der Verband Evangelischer Kirchengemeinden Dorsten zu einer Fachtagung ins Gemeinschaftshaus Wulfen in Dorsten eingeladen. Die Tagung richtete sich Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kirche, an die Kooperationsparter des Verbandes sowie an eigene Mitarbeiter.

Auf der Tagesordnung stand zunächst ein Fachvortrag von Dr. Remi Stork vom Diakonischen Werk Münster. Darin ging Stork der Frage nach, was Armut für Familien, Kinder und Jugendliche und die Einrichtungen wie KITAS bedeutet und wie man der Armutsproblematik vor Ort mit den jeweiligen Partnern begegnen könne.

"Als Stadt kann Dorsten die Armut nicht beseitigen", machte Stork deutlich. Dorsten könne aber zur Armutsbekämpfung Prioritäten setzen, Strategien, Pläne und Programm mit Netzwerken entwickeln. Konkret warb der Referent für den Aufbau einer kostenfreien kommunalen Infrastruktur für arme Kinder und Jugendliche.

An die Kirche und Wohlfahrtsverbände gerichtet, sagte Stork, diese müssten armen Menschen Zugänge öfffen, ihre Rssourcen bündeln, die Stärken armer Menschen stärken und sie bei Problemlösungen unterstützen. "Die Armut können wir nicht beseitigen, aber den Menschen dabei helfen, die Risiken zu bewältigen."

In der anschließenden Diskussion räumte Stadtteilmanager Joachim Thiehoff ein, dass die Distanz zwischen armen und wohlhabenden Gruppen und Menschen sehr groß sei. "Diese Distanz zu überwinden, ist unsere Aufgabe, nicht die der Betroffenen." Er forderte dazu auf, eigene Hemmungen im Umgang mit Armen zu überwinden. "Wir müssen unsere Angebote für Menschen in Armut interessant machen und ihre Bedürfnisse treffen", hob Thiehoff hervor.

Als ehemaliger Industrie- und Sozialpfarrer erlebe er verfestigte Armut in den nördlichen Städten des Ruhrgebietes sowie in bestimmten Stadtteilen und Bezirken Dorstens seit mehr als 30 Jahren, erklärte Pfarrer i.R. Dr. Hans-Udo Schneider. An die Politik gerichtet, forderte der Theologe einen Reichtumsbericht und die Überwindung der Abschottung armer Ortsteile. Mit ihren eigenen Einrichtungen müsse die Kirche arme Familien und Kinder möglichst frühzeitig erreichen, nach den Interessen der Eltern fragen und sie in die Einrichtungen einbinden.

Aus dem Plenum wurden Forderungen laut, Arbeit auch für Geringqualifizierte zu schaffen, um deren Selbstbewusstsein zu stärken und Kindern dabei zu helfen, optimistisch zu werden. Jugendmitarbeiterin Barbara Wahl rief dazu auf, die Angebote der Einrichtungen auf arme Menschen zuzuschneiden und Fördermittel dahin zu geben, wo die Not am größten sei. Sie riet dazu, KITAS und Schulen an einen Tisch zu bringen, um Ideen zur Armutsbekämpfung gemeinsam zu entwickeln.

Verbandsgeschäftsführeren Monika Engfer lud dazu ein, das neue Internetangebot www.armut-dorsten.de als Diskussionsforum sowie als Plattform für neue Ideen zu nutzen. Bu

 

Entlastung für Superintendenten

Pfarrer Matthias Kaffka entlastet als Synodalvikar den neuen Superintendenten Dietmar Chudaska. Foto: Bugzel

Gladbeck - Mit Matthias Kaffeka erhält der designierte Superintendent des Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten, Dietmar Chudaska, Unterstützung in seinem Pfarrbezirk Gladbeck-Rentfort und Zweckel. Der Pfarrer im Entsendungsdienst ist seit Anfang April als so genannter Synodalvikar zur Entlastung des neuen Superintendenten im Norden Gladbecks tätig.

Matthias Kaffka stammt aus Herten, wuchs aber in Recklinghausen auf. Sein Studium der Evangelischen Theologie absolvierte der 31-jährige Seelsorger in Münster, sein Vikariat in der Gemeinde Mettingen im Kirchenkreis Tecklenburg in Ostwestfalen.

"Nach meinem Vikariat so auf dem Lande ist mein Dienst in einer großen Stadtkirchengemeinden wie Gladbeck schon eine neue Erfahrung", erklärt Matthias Kaffka. Er habe sich ganz bewusst für diese neue Herausforderung entschieden. Nun gelte es, die neuen Eindrücke zu verarbeiten und viele neue Menschen in Rentfort und Zweckel kennen zu lernen.

"Ich habe das Gefühl, hier wird etwas angepackt und freue mich darauf, Veränderungen mit zu gestalten", sagt Kaffka, dem die Arbeit mit Konfirmanden und Jugendlichen besonders am Herzen liegt. Zu seinen Hobbys zählt der junge Theologe seine Familie und einen Labradorhund, mit dem er gerne lange Spaziergänge macht. "Und wenn mein Motorrad wieder fertig ist, stehen auch Ausflüge in die Umgebung an", kündigt der Synodalvikar an, der gerade in Dorsten eine neuen Wohnung bezogen hat. Matthias Kaffka iat verheiratet und hat eine kleine Tochter. 

Superintendent Dietmar Chudaska wird am Freitag, 11. Mai um 18 Uhr in einem festlichen Gottesdienst in der Petruskirche, Gladbeck-Rosenhügel, Vehrenbergstraße 82, durch die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus in sein Amt eingeführt. Bu

 

Kleiderkammer muss schließen

Blumen als Dank für die langjährige, ehrenamtliche Mitarbeit überreichte Pfarrer Ulrich Schulte an Ursula Heinzerling (l.) und ihre Mitstreitein Aysel Özmen. Foto: Bugzel

Bottrop - Sie gehört zur Evangelischen Kirche Bottrop-Altstadt wie die Glocken zur Martinskirche. Seit 27 Jahren finden bedürftige Menschen in der Kleiderkammer im Keller des Gemeindeamtes Gutes aus zweiter Hand für kleines Geld.

Jetzt neigt sich ihre Ära dem Ende entgegen, denn mit dem Neubau des Gemeindezentrums fehlen künftig die Räumlichkeiten für die Second-Hand-Boutique. "Das macht mich schon ein bisschen traurig", räumt Ursula Heinzerling ein, die zu den Gründungsmitgliedern der Kleiderkammer zählt und sich noch an die Anfänge vor fast 30 Jahren erinnert.

Damals suchte der ehemalige Gemeindepfarrer Bernward Wolff neue Räume für eine Kleiderkammer. Und so zog Ursula Heinzerling mit Anneliese Jankwski und Walli Beyer ins Untergeschoss des Gemeindeamtes, um dort immer mittwochs gebrauchte Kleidungsstücke, Schuhe, Wäsche Handtaschen und vieles mehr an den Mann oder die Frau zu bringen. 

15 bis 20 Kunden finden jede Woche zur Kleiderkammer, viele von ihnen mit Migrationshintergrund oder als Spätaussiedler neu in Bottrop. "Die meisten sind freundlich und man kommt schnell ins Gespräch", sagt die 67-jährige Rentnerin. Nur einmal wurde es Ursel Heinzerling und ihren Helferinnen mulmig: "Da hat uns ein offenbar verwirrter Mann mit dem Messer bedroht." Doch auch mit dieser Situation kamen die resoluten ehrenamtlichen Damen gut zurecht.

Von den Erlösen der Kleiderkammer konnte man so manchem Projekt der Martinskirchengemeinde finanziell unter die Arme greifen. "Wir haben zum Beispiel für den 1-Welt-Stand der Gemeinde und andere soziale Projekte in der Stadt gespendet", erinnert sich Ursula Heinzerling. Die letzte Spende geht an den Neubau des Gemeindezentrums.

Und der soll, so Pfarrer Ulrich Schulte, im September beginnen. Deshalb findet mit den Resten aus der Kleiderkammer zum Pferdemarkt am 29. April ab 12 Uhr vor der Martinskirche ein großer Trödelmarkt statt. Einen Trost hat Ursula Heinzerling für alle, die noch gebrauchte Kleidung abgeben wollen: "Bis zu den Sommerferien nehme ich noch Sachen an."

Gebrauchte Kleidung, Mödel, Haushaltsgeräte und vieles mehr finden die Bottroper aber auch künftig im Sozialkaufhaus Kauf.net des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten an der Robert-Florin-Straße 4 in Bottrop-Batenbrock. Bu

 

366+1: Kirche klingt 2012

Kreiskantor Matthias Uphoff lädt zur Geistlichen Abendmusik in die Martinskirche ein. Foto: Bugzel

Bottrop - Diese Konzertreihe dauert ein Jahr und wandert durch ganz Deutschland: Im Jahr der Kirchenmusik 2012 gibt es täglich ein Konzert in einer Evangelischen Kirche. "366+1: Kirche klingt 2012" heißt das Projekt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das im April auch drei Wochen in Westfalen unterwegs ist und am 18. April Station in der Bottroper Martinskirche macht.

"Unter dem Motto "Gottesklang" steht das Jahr 2012 in der Evangelischen Kirche ganz im Zeichen der Musik", weiß Kreiskantor Matthias Uphoff. "366+1" verbinde zahlreiche Komponisten, Kantoreien und Chöre, die in der reformatorischen Tradition stünden. "So zieht sich durch die 366 Tage des Schaltjahres 2012 ein im Domino-Prinzip verbundenes Band von Konzerten, Gottesdiensten und Soiréen in offenen Kirchen in ganz Deutschland", so der Bottroper Kirchenmusiker. Dabei kämen alle Stile und Richtungen zum Zuge: professionelle Ensembles ebenso wie einfache Kirchenchöre.

Im Rahmen der Konzertstaffel findet in der Bottroper Martinskirche am Mittwoch, 18. April um 19 Uhr eine Geistliche Abendmusik statt. "Das Konzert steht unter dem Motto "In uns schwingt das Leben", verrät Kreiskantor Uphoff. Das Motto-Lied der Konzertwoche, die in Gelsenkirchen beginnt und nach Bottrop in Münster endet, laute "Wir stehen im Morgen".

Ein weiteres Bindeglied der Konzertreihe ist eine Chronik, in der die jeweiligen Lieder gesammelt werden. Sie wird von Veranstalter zu Veranstalter zu Beginn des jeweiligen Konzerts überreicht, wandert mit durch das Jahr und dokumentiert auf diese Weise den zurückgelegten Weg. "Dabei entsteht ein einmaliger Almanach von 366-1 Musikensembles aus allen Bundesländern", erklärt Uphoff.

Die Mitwirkenden an der Geistlichen Abendmusik in der Martinskirche sind der Revier Glocken Chor Bottrop, die Kantorei und der Kammermusikkreis Bottrop. Hinzu kommen solistische Beiträge mit Solosopran und Trompete. "Wir präsentieren an diesem Abend ein bunt gemischtes Programm", verspricht Matthias Uphoff. Der Eintritt ist frei. Bu

 

Moderieren und motivieren

Vikar Ingo Stucke sammelt im Wahlgang die Stimmzettel er Synodalen ein. Foto: Bugzel

Kirchenkreis/Dorsten - Dietmar Chudaska ist neuer Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Der Pfarrer aus Gladbeck wurde von der am 29. März in Dorsten tagenden Kressynode im zweiten Wahlgang mit großer Mehrheit gewählt und setzte sich gegen seinen Mitbewerber Pfarrer Hans-Joachim Solty, Bottrop, durch.

In einer ersten Stellungnahme dankte Chudaska den Synodalen für das ihm entgegengebrachte Vertrauen mit einem Wort aus der Bibel: "Herr, weise mir deinen Weg." Aber dieser Weg sei steinig und die Schuhe groß, fügte der neue Superintendent hinzu.

Dietmar Chudaska folgt Detlef Mucks-Büker im Amt, der im Herbst letzten Jahres als Oberkirchenrat nach Oldenburg wechselte. Eine erste Wahl am 25. November 2011 hatte zu keinem Ergebnis geführt.

Wie Chudaska in seiner Vorstellung vor der Synode betonte, stehe der Kirchenkreis vor dem Hintergrund schwindender Finanzkraft, der demografischen Entwicklung und einer Pensionierungswelle bei der Pfarrerschaft vor großen Herausforderungen. "Da müssen unbequeme und unpopuläre Entscheidungen getroffen werden", sagte der 50-jährige Theologe. Es gelte, das rechte Maß zu finden, um die Menschen in den Gemeinden nicht zu verlieren. 

Als Superintendent wolle er dafür werben, dass Kirchenkreis und Gemeinden ergänzend miteinander arbeiten. Entscheidungen sollten einmütig gefällt werden, müssten aber immer transparent und nachvollziehbar sein. Leitung, so Chudaska, habe viel mit Kommunikation zu tun. In seinem neuen Amt wolle er zuhören, Vertrauen gewinnen, moderieren, motivieren und die anstehenden Aufgaben in Teamarbeit bewältigen. "Anders lässt sich die Nebenamtlichkeit dieses Amtes wohl kaum praktizieren."

Mit Blick auf die angestrebte Fusion mit den Nachbarkirchenkreis Recklinghausen wolle er sich auf eine schnelle Anbahnung des Prozesses konzentrieren. "Ziel muss es dabei sein, auch künftig den Aufgaben als Körperschaft des Öffentlichen Rechts in geeigneter Weise nachzukommen." Dabei seien "schlankere und effizientere Strukturen" anzustreben.

Den neuen leitenden Geistlichen des Kirchenkreises hat das Leben im Ruhrgebiet geprägt. Geboren in Gelsenkirchen-Scholven, studierte Chudaska in Heidelberg, Tübingen und Münster. Sein Vikariat absolvierte er im sauerländischen Plettenberg, wechselte als Pfarrer nach Westernkappeln bei Osnabrück und begann 1992 seinen Dienst als Pastor inn Oer-Erkenschwick. Von 1999 bis 2004 übernahm er eine Vakanzvertretung in Daressalaam im afrikanischen Tansania. Nach seiner Rückkehr nach Deutschlabd übernahm Dietmar Chudaska zunächst Vertretungsaufgaben im Kirchenkreis, seit dem 31. Oktober 2007 versieht Pfarrer Chudaska seinen Dienst je zur Hälfte in Gladbeck-Zweckel und Rentfort. Dietmar Chudaska ist verheiratet und hat drei Kinder.

Der neue Superintendent des Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten wird am 11. Mai in der Petruskirche Gladbeck von der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, in sein Amt eingeführt. Bu

 

Superintendentenwahl im Mittelpunkt

Pfarrer Dietmar Chudaska. Foto: Bugzel

Dorsten - Die Wahl eines neuen Superimtendenten steht im Mittelpunkt der nächsten Kreissynode des Evangellischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Das Kirchenparlament tagt am Donnerstag, 29. März in Dorsten.

Die Synode beginnt um 18 Uhr mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Johanneskirche, anschließend nehmen die rund 110 Synodalen, Berufenen und Gäste ihre Beratunhgen im benachbarten Gemeindezentrum auf. Die Wahlsynode wurde einberufen, da die Wahl eines Superintendenten auf der letzten Kreissynode am 25. November letzten Jahres ergebnislos abgebrochen werden musste, da keiner der beiden damaligen Kandidaten die notwendige Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Zur Wahlssynode schlägt der Nominierungsazsschuss des Kirchenkreises die Pfarrer Dietmar Chudaska, Gladbeck und Hans-Joachim Solty, Bottrop vor.

Pfarrer Hans-Joachim Solty. Foto: Bugzel

Dietmar Chudaska ist seit dem 31. Oktober Pfarrer in Gladbeck-Rentfort und Zweckel. Der 50-jährige Seelsorger stammt aus Gelsenkirchen, war zuvor Pfarrer in der Gemeinde Oer-Erkenschwick im Nachbarkirchenkreis Recklingshausen. Von 1999 bis 2004 übernahm Chudaska eine Vakanzvertretung in der deutschsprachigen Gemeinde in Daressalam im afrikanischen Tansania. Dietmar Chudaska ist verheiratet und hat drei Kinder.

Hans-Joachim Solty ist seit dem 1. Juni 1991 Pfarrer in Bottrop-Fuhlenbrock. Der 52-jährige Theologe stammt aus Unna. In Bottrop engagierte sich Solty beim Aufbau und der Organisation des Notfalllseelsorge-Systems sowie in der Ausbildung ehrenamtlicher Notfallseelsorger. Achim Solty ist verheiratet und hat drei Kinder.

Laut Beschluss der Kreissynode vom 9. Juli 2011 übt der neue Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten sein Amt im Nebenamt aus, das bedeutet, er bleibt weiterhin Pfarrer in seiner jeweiligen Kirchengemeinde. Bu

 

Ausstellung des Ev. Posaunendienstes

Unser Bild zeigt eine Aufnahme des CVJM-Posaunenchores Buschhütten aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Foto: privat

Gladbeck - Zu einem Streifzug durch 3000 Jahres Gotteslob lädt das Martin Luther Forum Ruhr (MLFR) mit der Ausstellung "Bläserklang im Gottesdienst" ein. Die Wanderausstellung des Evangelischen Posaunendienstes in Deutschland wird am Sonntag, 11. März in der ehemaligen Markuskirche, Bülser Straße 38 in Gladbeck um 17 Uhr eröffnet und ist bis zum 31. März zu sehen.

Die Ausstellung ist eingebettet in das Jahr der Kirchenmusik 2012 "Gottesklang". Sie fragt nach den geschichtlichen Wurzeln der heutigen Posaunenarbeit. Der Posaunendienst blickt darin zurück in die Epoche des 19. Jhds., als die ersten Posaunenchöre entstanden. Die Besucher lernen die Stadtpfeifer der Renaissance kennen, denen wir einen Teil des musikalischen Repertoires der heutigen Blechbläser verdanken und sie dringen vor bis in die Zeit des Alten Testamentes, in der der Bläserklang als Zeichen für die Gegenwart Gottes erlebt wurde. Auch die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte werden ausgiebig dargestellt.

Die Ausstellung enthält 24 Bildtafeln, wobei sich immer drei mit einem Thema befassen. In Vitrinen befinden sich alte Instrumente, deren Klang man an Hörstationen erfährt. Selber probieren können die Besucher am Experimentiertisch. 

Die Ausstellung wurde von dem Musikwissenschaftler Nils Niemann erarneitet. Anhand von Instrumenten, Noten, Texten, Bildern und Klangbeispielen soll sie ein Stück Glaubens- und Musikgeschichte lebendig und erfahrbar machen. Für manches Aha-Erlebnis wird also gesorgt.

Zur Eröffnung präsentiert sich am 11. März um 18 Uhr mit einem Konzert das 20-köpfige Blechbläserensemble an der Apostelkirche Minster unter der Leitung von Volker Grundmann. Am Sonntag, 18. März gastiert um 18 Uhr das Blechbläserquintett der Folkwang-Universität Essen unter der Leitung von Tobias Salinga im Luther Forum. Ein Familienchor als Gladbeck unter der Leitung von Landesposaunenwart Daniel Salinga und Tobias Salinga stellt am 24. März um 18 Uhr die Familientradition in den Posaunenchören vor.

Angerundet wird die Konzertreihe zur Ausstellung am 31. März um 18 Uhr mit einem Konzert des Ensembles "I FEDELI" mit historischen Instrumenten. Die Ausstellung im MLFR ist mittwochs von 19 bis 21 Uhr, freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 15 bis 18 geöffnet, der Eintritt ist frei. Bu

 

Vizepräsident dankt Ehrenamtlichen

Das neue Presbyterium der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Gladbeck wurde mit einem festlichen Gottesdienst in der Christuskirche in sein Amt eingeführt. Für die westfälische Landeskirche dankte Vizepräsident Albert Henz (4.v.l.) den Ehrenamtlichen für ihr Engagement. Foto: Bugzel

Gladbeck - Mit einem festlichen Gottesdienst in der Christuskirche führte die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Gladbeck ihre neuen Presbyter und Presbyterinnen in ihr Amt ein. Im Gottesdienst gratulierte der theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Albert Henz, den ehrenamtlichen Frauen und Männern zur Berufung in ihr Amt und dankte ihnen zugleich für ihre Bereitschaft, dieses für die Kirche so zentrale Amt zu übernehmen.

"Wie ist das mit dem neuen Amt, was kommt da auf Sie zu?", fragte Henz in seiner Predigt an die neue Gemeindeleitung gerichtet. Nach allem was man wisse, werde die Kirche kleiner an Mitgliedern, verwalte weniger Geld und damit Gebäude und Personal. "Vor uns liegt die Aufgabe eines neuen Aufbaus der kirchlichen Strukturen für diese Verhältnisse in der Region, insbesondere des Kirchenkreises, möglichst sogar als eines gemeinsamen Kirchenkreises mit Recklinghausen", gab Henz zu bedenken.

In der Gesellschaft werde der Einfluss der Kirchen weniger selbstverständlich. Das soziale Gefälle verstärke sich - Armut nehme zu, gerade auch im Ruhrgebiet. "Eher schwierige Zeiten", so Henz. Dennoch sei jetzt die Zeit der Gnade und des Heils, sagte der Vizepräsident mit Blick auf seinen Predigttext. "Das gilt auch für die Amtsperiode der nächsten vier Jahre, in der Sie zusammen mit den Pfarrerinnen und Pfarrern dieser Gemeinde die Leitungsverantwortung übernommen haben."

Die Herausforderungen und Probleme nehme dem neuen Presbyterium niemand ab. "Aber Sie können sie angehen aus einer stabilen Grundhaltung und Sicherheit heraus. Möge diese Gewissheit ihre Leitungstätigkeit, das Leben und den Weg unsrer Kirche bestimmen", gab Henz den 20 neuen Gemeindeältesten mit auf den Weg.

Dem neuen Presbyterium gehören an für den Pfarrbezirk Zweckel: Petra Böckmann, Detlef Müller, Friedhelm Pogorzelski und Doris Vogeler. Für den Bezirk Mitte: Monika von Eichmann, Karin Grimm, Detlef Reetz, Claus Roth, Volker Thiele-Salih, Rolf Wiegmann, Rainer Wilcke und Marlies Witte. Für den Bezirk Rentfort: Jutta Arndt, Werner Mellenthin und Uta Winkler. Für den Bezirk Brauck: Dietmar Ewert, Britta Kallmeier, Peter Konzels, Rainer Starke und Susanne van Huet. Bu

 

Hilfe für afrikanische Partner

Ein Teil der Kollekte soll dem "Poor Patient Fund" des Krankenhauses Ndolage im Kirchenkreis Jimbo la Mashariki zugute kommen. Foto: privat

Kirchenkreis - Die Kollekte des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten in den Gottesdiensten am Sonntag, 26. Februar, ist für den Partnerkirchenkreis Jimbo la Mashariki im afrikanischen Tansania bestimmt.

Die eine Hälte der Kollekte soll der Arbeit des "Poor Patient Fund" (Fond für arne Patienten) des Krankenhauses in Ndolage im Kirchenkreis Mashariki zugute kommen. Viele Menschen in dieser ländlichen Region Tansanis sind Subsistenzbauern, d.h. sie leben von dem, was sie auf ihren kleinen Grindstücken an Nahrungsmitteln anbauen und ernten. Möglichkeiten, Geld zu verdienen, haben die wenigsten.

Für besonders arme Menschen wie diese ist es daher eine Katastrophe, wenn ein Familienmitglied so schwer erkrankt, dass es ins Krankenhaus muss. Zwar ist die Grundversorgung im tansanischen Gesundheitssystem kostenlos, aber es fallen - aus westlicher Sicht - sehr geringe Gebühren an und die Menschen müssen während des Krankenhausaufenthaltes gepflegt werden.

Diese Umstände führen leicht dazu, dass Krankheiten verschleppt werden oder für kleine Kinder nicht selten tödlich enden. Der "Poor Patient Fund" hilft in diesen Situationen und kommt für die anfallenden Kosten auf. 

Die andere Hälfte der kreiskirchlichen Kollekte ist für die allgemeine Partnerschaftsarbeit mit dem tansanischen Kirchenkreis bestimmt. Jedes Jahr überweist der hiesige Kirchenkreis seinen afrikanischen Partnern eine Summe für die Arbeit des Kirchenkreises sowie der sieben Gemeinden vor Ort. Bu

 

Betrachtungen zur Apostelgeschichte

Betrachtete die Apostelgeschichte aus tiefenpsychologischer Sicht: Der Theologe Dr. Eugen Drewermann. Foto: Bugzel

Gladbeck - Mit "Wege zur Menschlichkeit" war jetzt ein Vortragsabend im Martin Luther Forum Ruhr (MLFR) in Gladbeck überschrieben. Darin betrachtete Dr. Eugen Drewermann die Apostelgeschichte der Bibel aus tiefenpsychologischer Sicht. Der streitbare Theologe war bereits zum wiederholten Mal zu Gast im MLFR.

Die Apostelgeschichte setzt das Lukasevangelium fort, in dem es die Ausbreiung der Jesus-Bewegung in die hellenistisch-römische Welt hinein erzählt. "Die Botschaft Jesu den Menschen aller Zonen und Zeiten weitersagen, das will die Apostelgeschichte", so Drewermann in seinem eloquenten Vortrag. "Freilich, gegen alles, was Jesus sagte und tat, steht bis heute ein Einwand der unwiderleglich erscheint: Gewaltverzicht um des Friedens willen?" fragte der Theologe. Freiwillige Armut um der Gerechtigkeit willen? Helfen statt strafen, Verstehen statt Verurteilen, Aufrichten statt Abrichten oder gar Hinrichten?

"All das ist nicht die Welt in der wir leben. Doch das müsste die Welt sein, um wirklich als Menschen leben zu können. Deshalb meint Lukas, geht Jesu Botschaft und Schicksal in Zuspruch und Widerspruch alle an." Deshalb gelte es, Gott zu entdecken als eine Stimme, die im Herzen jeden Menschen redet.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags ging Drewermann der Frage nach, was Menschen brauchen, um ihr Leben zu ändern und wie sie von ihren Lebens- und Versagungsängsten und Aggressionen weg in ein Feld des Vertrauens geführt werden könnten. Überzeigend zeigte der Psychotherapeut anhand der Geschichte der frühen christlichen Gemeinden, wie die Botschaft Jesu im Kern verfehlt wird, wenn sie moralisch ausgelegt wird - als eine gewollte Änderung der Lebensführung aufgrund einer neuen sittlichen Einsicht. "Jesus dagegen befähigte die Menschen, allein auf Gott zu hören und redete leise in die Herzen der Menschen die Sprache der Liebe", führte Drewermann aus.

Nach dem Tod Jesus hätten die Apostel versucht, zu begreifen, was die Auferstehung Jesu bedeute. Für Petrus und später Paulus sei es mit einer Einsicht allein nicht getan gewesen. Auf Gott zu hören, zu glauben und zu handeln sei zu ihrem Weg geworden. Laut Drewermann darf die Bibel nicht nur der Berichterstattung für diese Umbruchzeit dienen. Vielmehr könne die Apostelgeschichte mit ihren legendären Passagen und ihrer Spiegelung des Lukas-Evangeliums als Botschaft selbst begriffen werden. Lukas habe sie als Fortsetzung und Gegenüberstellung seines Evangeliums geschrieben. Bu

 

Motorradtouren und mehr

Die Teilnehmenden der Motorradtouren sollten mindstens 18 Jahre alt sein und einen gültigen Führerschein sowie ein straßentaugliches und technisch intaktes Motorrad haben. Foto: privat

Kirchenkreis - Pünktlich zum Beginn der Motorradsaison im Frühjahr lädt die Evangelische Erwachsenenbilung im Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten (EEB) auch in diesem Jahr wieder unter dem Motto "Church on Wheels" zu einer Reihe von Motorradtouren und mehr ein.

Im Mittelpunkt des Programms steht eine große Motorrad-Studienreise durch das Allgäu und den Bayrischen Wald vom 1. bis 8. September. Die Biker sind überwiegend auf Landstraßen unterwegs, fahren durch landschaftlich reizvolle Gegenden Süddeutschlands und lassen sich auf dem Weg zu den Programmpunkten den Fahrtwind durchs Gesicht wehen Die Ausschreibung mit genauen Angaben erscheint Ende Juni.

Den Kyffhäuser, Brocken und Mittelbau Dora entdecken können die Teilnehmenden einer Wochenendtour vom 7. bis 10. Juni. Rund um Fronleichnam fährt man auf ausgewählten Routen durch eine schöne Motorradregion. Auf zwei Tagestouren erkunden die Motorradfahrer zum einen das Siegerland (17. Juni) und zum anderen das Rugrgebiet (22. September). Hier führt die Entdeckertour zu Schauplätzen alter und neuer Industrien, vorbei an alten und neuen Siedlungen.

Abgerundet wird das Programm von "Church on Wheels" mit einem Sicherheitstrainung am 6. Mai im Siegerland. Instruktor Frank Reichmann verrät Tipps und Tricks für sicheres Gruppenfahren, Bremsen und Abstand halten. Anmeldungen und weitere Informationen ab sofort bei Axel Lippek von der EEB, Tel. 02043/279359. Bu

 

Lutherbotschafter für Hannelore Kraft

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeigte sich sichtlich angetan von der Lutherfigur des Objektkünstlers Ottmar Hörl. Foto: MLFR

Gladbeck/Düsseldorf - Seit 2008 bereiten sich Kirche und Staat in der so genannten Lutherdekade auf den 500. Jahrestag der Reformation vor. Der Thesenanschlag Martin Luthers vom 31. Oktober 1517 markierte den Beginn einer Bewegung, die Deutschland, Europa und die ganze Welt veränderte. Das Martin Luther Forum Ruhr (MLFR) in Gladbeck hat es sich zum Ziel gesetzt, das kulturelle Erbe der Reformation im Rhrgebiet lebendig und erlebbar zu machen.

Jetzt sprachen Vertreter des Forums in Düsseldorf mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft über Perspektiven zum Reformationsjubiläum in Nordrhein-Westfalen. Hannelore Kraft zeigte sich überzeugt: "Luther 2017 ist ein Thema von allgemein kulturgeschichtlicher Relevanz, das auch an Rhein und Ruhr von Bedeutung ist."

Zu Beginn des Gesprächs hatte Dr. Martin Grimm, Vorsitzender des Beirates des MLFR, der Ministerpräsidentin eine Lutherfigur von Ottmar Hörl überreicht. "Wir freuen uns sehr über das persönliche Engagement von Hannelore Kraft im Rahmen der Lutherdekade und über die Anerkennung, die das Martin Luther Forum Ruhr durch die Landesregierung erfährt."

Die Lutherfigur von Ottmar Hörl will das Forum als Lutherbotschafter für das Reformationsjubiläum verstanden wissen. 2010 hatte der Objektkünstler auf dem Marktplatz von Wittenberg 800 solcher Figuren installiert. Ein Jahr spärter zeigte das MLFR die Hörl-Installation "Hier stehe ich..." in einer viel beachteten Ausstellung der ehemaligen Markuskirche in Gladbeck.

Das Kirchenensamble ist 2008 von dem privaten Verein übernommen worden und mit Städtebauförderungsmitteln aufwändig zum Martin Luther Forum Ruhr umgebaut worden. Heute gilt das MLFR landesweit als Beispiel für die sinnvolle Folgenutzung eines ehemaligen Sakralbaus. In hochkarätig besetzten Talkrunden und Vortragsveranstaltungen, bemerkenswerten Kunstausstellungen, begeisternden Konzert- und Theatervorstellungen thematisiert das MLFR, wie die Reformation nicht nur Kirche und Theologie, sondern auch Musik und Kunst, Wirtschaft und Soziales, Sprache und Recht geprägt hat.

Die Dauerausstellung "Reformation und Ruhrgebiet" im MLFR lädt darüber hinaus mit einer erfrischenden Mischung aus aktueller Medien-Audio- und Lichttechnik, Texten, Bildern und Exponaten zu einer Suche nach den Spuren der Reformation im Ruhrgebeit ein. Bu/Awi

 

Weckruf gegen Entchristlichung

Mit seinem Vortrag im Martin Luther Forum Ruhr legte Dr. Andreas Püttmann die dramatische Entchristlichung Deutschlands offen und warnte eindringlich vor ihren Risiken und Nebenwirkungen. Kirchlich Engagierte forderte der Publizist zu mehr Selbstbewusstsein auf. Foto: Bugzel

Gladbeck - Einmal mehr erwies sich das Martin Luther Forum Ruhr (MLFR) in Gladbeck als eine Plattform für den kritischen  Dialog. "Weck die tote Christnheit aus dem Schlaf der Sicherheit" - so der Titel eines schönen Kirchenliedes (EG 262). Und so hätte ohne weiteres auch ein Diskussionsabend im MLFR überschrieben sein können.

Denn dort stellte der Politologe und Publizist Dr. Andreas Püttmann vor zahlreichen Zuhörern sein Buch "Gesellschaft ohne Gott" vor und entwickelte auf der Basis von umfangreichem empirischen Zahlenmaterial Thesen, die es in sich hatten.

Sein Befund: "Der christiche Traditionsabbruch in Deutschland ist dramatisch. Doch viele haben das noch nicht begriffen." Die Zahl der deutschen Protestanten habe sich in den letzten beiden Generationen halbiert. Die Kirchgänger unter den Katholiken seien zwischen 1950 und heute von über 50 Prozent auf zahn Prozent geschrumpft. "Das ist keine Erosion, das ist eine Implosion der Volkskirchen", so Püttmann. Hinzu komme, dass unter den vielen Kirchensteuerzahlern immer mehr getaufte Heiden seien, die ihren Glauben nicht einmal mehr buchstabieren könnten.

Schien diese erschreckende Diagnose den meisten der Besucher aus eigener Anschauung bekannt, sorgten Püttmanns weitere Ausführungen für einige Überraschungen. Umfragen, in denen die Meinungsforschung Denken, Fühlen und handeln von Christen untersucht hat, bestärkten Püttmann in seiner Einschätzung, dass der christliche Glaube Menschenwürde und Lebensrecht schütze. Rechtsbewusstsein und Toleranz stärke. Leistungs- und Hilfsbereitschaft fördere und gegen Ideologien und Radikalismus immunisiere. Das scheine auch Gregor Gysi zu wissen, der von Püttmann so zitiert wurde: "Auch als Nichtgläubiger fürchte ich eine gottlose Gesellschaft."

Nicht zuletzt wegen dieser positiven Auswirkungen des Glaubens lohne es sich nach Ansicht des Referenten, der Entchristlichung Deutschlands entschieden entgegen zu treten. Sein Vorschlag: "Wenden Sie den Satz des Stuttgarter Schuldbekentnisses des Rates der EKD vom Oktober 1945 ins Positive. Dort heißt es: `Wir klagen an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben`. "

Die lange andauernden und anregenden Gespräche nach dem Vortrag bewiesen, dass das MLFR einmal mehr an diesem Abend Anstöße für den kritischen Dialog liefern konnte. Eine Fortsetzung ist zu erwarten, wenn Dr. Eugen Drewermann am 14. Februar erneut zu Gast in der ehemaligen Markuskirche, Bülser Straße 38 in Gladbeck-Ost ist. Karten gibt es ab sofort im MLFR und in den bekannten Vorverkaufsstellen. Awi/Bu